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Sponsoring im Sport: Wie Digitalisierung deinem Verein neue Sponsoren bringt

Sponsoring im Sportverein: Wie digitale Tools dir helfen, passende Sponsoren zu finden und überzeugende Sponsoringanfragen zu schreiben.

  • Andreas von Vereinsinnovation
  • 13 Min. Lesezeit
Gespräch über Sponsoring am Rand eines Vereinssportplatzes, im Hintergrund Spieler beim Training

Auf einen Blick

Sponsoring lässt sich planen. Du brauchst eine klar beschriebene Gegenleistung, passende Unternehmen aus deiner Region, eine überzeugende Anfrage und danach eine gepflegte Beziehung. Digitale Werkzeuge und KI verkürzen vor allem die Recherche: Bei uns im Verein dauert sie Minuten statt drei bis vier Stunden.

Für wen
Vorstände und Kassenwarte, die neue Sponsoren für ihren Verein gewinnen wollen, auch ohne Vorerfahrung.

Der Kassenwart hat den Haushaltsplan für die nächste Saison durchgerechnet. Die Zahlen gehen nicht auf. Die Mitgliedsbeiträge decken kaum die laufenden Kosten, der Zuschuss vom Kreis wurde gekürzt, und die neue Flutlichtanlage wartet noch auf ihre Finanzierung. An diesem Punkt fällt in fast jedem Vorstand irgendwann derselbe Satz: „Wir brauchen mehr Sponsoring.” Gesagt ist das schnell. Schwieriger ist die Frage, wie du als ehrenamtlicher Vorstand neben Beruf und Familie tatsächlich Unternehmen findest, die deinen Verein unterstützen wollen, und wie du sie richtig ansprichst. Digitalisierung kann dir dabei viel Zeit sparen: bei der Recherche, bei der Organisation deiner Kontakte und bei der eigentlichen Anfrage.

Du erfährst: was Sponsoring von einer Spende unterscheidet, welche digitalen Trends die Sponsorensuche gerade verändern, wo du passende Sponsoren findest und was eine überzeugende Sponsoringanfrage enthalten muss.

Sponsoring im Sportverein: mehr als ein Logo auf dem Trikot

Sponsoring klingt für viele Vereine erstmal nach großen Namen und Bandenwerbung im Profifußball. Im Amateursport ist Sponsoring längst Alltag: vom Handballverein mit Trikotsponsor bis zur Turnabteilung, die eine Anzeige im Vereinsheft verkauft.

Infografik: Unterschied zwischen Sponsoring und Spende im Sportverein

Der Unterschied zur Spende entscheidet über Steuern und Vertrag. Bei einer Spende gibt es keine Gegenleistung. Ein Unternehmen unterstützt deinen Verein freiwillig, ohne Bedingung, und die Einnahme bleibt für den Verein steuerfrei. Beim Sponsoring erwartet der Sponsor eine klar definierte Gegenleistung: Logoplatzierung, Erwähnung in der Vereinszeitung, Werbebande, Verlinkung auf der Website. Diese Gegenleistung macht Sponsoring aus steuerlicher Sicht zu einem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb, wie die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt in ihrem Rechtstipp zu Spende und Sponsoring erklärt. Sponsoringeinnahmen sind damit grundsätzlich steuerpflichtig, Spenden nicht.

Für deinen Verein heißt das: Formulierungen wie „Unterstützung des Vereins” auf einer Rechnung reichen nicht. Halte in einem schriftlichen Sponsoringvertrag fest, was der Sponsor zahlt und was er dafür bekommt. Das schützt dich vor Rückfragen vom Finanzamt und zeigt dem Sponsor klar, wofür er zahlt.

Warum Sponsoring 2026 für Vereine wichtiger wird

Vereine spüren gerade von mehreren Seiten Druck auf die Kasse. Mitgliedsbeiträge lassen sich nur begrenzt erhöhen, sonst springen Familien ab. Öffentliche Fördermittel werden häufiger gekürzt als aufgestockt. Gleichzeitig steigen die Kosten für Energie, Trikots, Schiedsrichter und Fahrten.

Digitalisierung im Verein, von der Vereinssoftware bis zur Videoanalyse im Training, entlastet den Alltag, kostet aber zunächst Geld. Sponsoring federt das ab: Es sichert den laufenden Betrieb und schafft Spielraum für neue Anschaffungen, statt jede Investition allein aus Mitgliedsbeiträgen zu stemmen.

Die Sponsoringlandschaft selbst hat sich verändert. Lokale Unternehmen erkennen den Wert des Amateursports zunehmend: Die Kosten liegen deutlich unter dem, was Sponsoring im Profibereich verlangt, die Sichtbarkeit vor Ort ist oft überraschend hoch, und der Imagegewinn durch Nachwuchsförderung, Gesundheit und Gemeinschaft wirkt greifbar.

Der Markt für Sponsoring im Amateursport wächst. Gleichzeitig wächst die Konkurrenz um dieselben Unternehmen vor Ort. Wer beim Sponsoring systematisch vorgeht statt zu improvisieren, hat einen klaren Vorteil.

Wie verändert die Digitalisierung die Sponsorensuche?

Digitalisierung verändert vor allem eins an der Sponsorensuche: Was früher tagelange Handarbeit war, geht heute in Stunden. Sponsoren erwarten inzwischen digitale Gegenleistungen wie eine Erwähnung in den sozialen Medien, nicht nur ein Logo auf Papier.

Nach der Sponsor-Trend-Studie von Nielsen Sports, auf die auch das Vereinsmanagement-Portal VIBSS verweist, legen Sponsoren den größten Wert auf die Vernetzung von Sponsoring in sozialen Medien. Ein Logo auf der Bande reicht vielen Unternehmen nicht mehr. Sie wollen in der Instagram-Story, im Trainingsvideo oder im Vereinsnewsletter auftauchen.

Auch die Werbeflächen selbst werden digitaler. Vereine setzen zunehmend auf VereinsApps mit eingebundenen Sponsoren. Ein Verein, der am Spielfeldrand mit Videosystemen trainiert, hat automatisch bessere Aufnahmen für Social Media, und bessere Aufnahmen bedeuten mehr Reichweite für den Sponsor.

Sportarten mit hoher Onlinepräsenz gewinnen dabei zusätzlich an Bedeutung für Sponsoring. E-Sport gilt Branchenexperten zufolge als der Bereich mit dem größten Wachstumspotenzial. Für den klassischen Amateursport bedeutet das vor allem eine zusätzliche Anforderung: Digitale Sichtbarkeit zählt inzwischen über Fußball, Handball, Turnen und Leichtathletik hinweg.

Ob du einen Sponsor für die Fußball-Abteilung suchst oder Unterstützung für Handball, Turnen oder Tischtennis brauchst: Das Prinzip bleibt gleich. Unternehmen sponsern nicht die Sportart. Sie sponsern die Reichweite, das Image und die Zielgruppe dahinter.

Fußball hat durch Zuschauerzahlen und Medienpräsenz oft einen Vorsprung bei der Sponsorensuche. Kleinere Abteilungen sind dafür näher an ihren Sponsoren und können individuellere Gegenleistungen anbieten, zum Beispiel eine Erwähnung bei jedem Vereinsevent statt nur am Spielfeldrand. Für Sponsoring zählt am Ende weniger die Sportart als die Frage, wie gut du deinen Nutzen für den Sponsor erklären kannst.

Sponsoren finden: Wo dein Verein wirklich fündig wird

Der schnellste Weg zu einem ersten Sponsor führt durch das eigene Netzwerk. Eltern, Mitglieder, ehemalige Spieler und lokale Zulieferer arbeiten oft selbst in Unternehmen oder kennen jemanden, der dort entscheidet.

Ist dieser Kreis abgeklopft, lohnt sich die gezielte Suche nach neuen Sponsoren. Recherche mit KI-Tools findet lokale Unternehmen inzwischen deutlich schneller als das klassische Branchenbuch oder eine Google-Suche von Hand. Die Auswahl der richtigen Branche bleibt trotzdem entscheidend: Handwerksbetriebe, Autohäuser, regionale Banken, Versicherungsbüros und Einzelhändler unterstützen Amateursport erfahrungsgemäß eher als bundesweite Konzerne ohne lokalen Bezug.

Bevor du ein Unternehmen anschreibst, lohnt sich eine kurze Prüfung: Passt die Firma zu deinem Verein? Ein Fitnessstudio passt zur Sportabteilung, ein Kindergarten eher zur Jugendarbeit, ein Autohaus zur Fahrgemeinschaft bei Auswärtsspielen. Diese Passung entscheidet später, ob deine Sponsoringanfrage gelesen wird oder im Papierkorb landet.

Halte fest, wen du angesprochen hast, mit welchem Ergebnis und wann du nachfassen willst, und sei es nur in einer einfachen Tabelle. Sponsoren finden ist am Ende weniger Glück als sauberes Kontaktmanagement.

Die Sponsoringanfrage: Was gehört rein, damit sie überzeugt?

Eine gute Sponsoringanfrage beantwortet aus Sicht des Unternehmens eine Frage: Was habe ich davon? Nicht, wie dringend der Verein das Geld braucht.

Deine Anfrage für Sponsoring sollte deshalb mit dem Nutzen für den Sponsor beginnen, nicht mit der Vereinsgeschichte. Zahlen zu Mitgliedern, Zuschauerschnitt und Reichweite in den sozialen Medien gehören ebenso dazu wie eine klare Beschreibung der Gegenleistung: Was genau bekommt das Unternehmen, und wofür?

Mehrere Sponsoringpakete zu unterschiedlichen Preisen wirken überzeugender als ein einzelnes Angebot. Das gibt dem Unternehmen eine Wahl statt einer Ja-oder-Nein-Entscheidung und kann die Abschlussquote erhöhen.

Genauso wichtig wie der Inhalt ist die Form. Eine Sponsoringanfrage, die wie eine Massen-E-Mail aussieht, wird selten gelesen. Persönliche Ansprache, ein konkreter Bezug zum Unternehmen und eine sauber gestaltete Unterlage machen einen Unterschied, weil viele Vereine bei diesem Punkt nachlässig bleiben.

Wenn du zwischen zwei Formulierungen schwankst, wähle die, die zuerst sagt, was der Sponsor bekommt, nicht was der Verein braucht.

Anruf oder E-Mail zuerst? Rechtssicher Kontakt aufnehmen

Bevor du die erste Anfrage für Sponsoring verschickst, lohnt sich ein Blick ins Wettbewerbsrecht. Nach Paragraf 7 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb gilt Werbung per Telefon gegenüber Unternehmen als unzumutbare Belästigung, wenn keine zumindest mutmaßliche Einwilligung vorliegt. Diese mutmaßliche Einwilligung wird angenommen, wenn ein sachlicher Zusammenhang zwischen deinem Anliegen und der Geschäftstätigkeit des Unternehmens besteht.

Für ein Autohaus, das lokale Sichtbarkeit sucht, ist ein Anruf zum Thema Sponsoring naheliegend und in der Regel unproblematisch. Bei wahllosen Anrufen quer durch alle Branchen sieht das rechtlich anders aus. Ein kurzer, freundlicher Anruf mit klarem Bezug zum Unternehmen ist deshalb meist der rechtssichere erste Schritt, eher als eine E-Mail an eine allgemeine Info-Adresse, die ohnehin oft ungelesen bleibt.

Beim Datenschutz gilt: Öffentlich zugängliche Firmendaten wie Ansprechpartner im Impressum oder auf der Unternehmenswebsite darfst du recherchieren und für deine Anfrage nutzen. Rechtsgrundlage dafür ist das berechtigte Interesse nach Artikel 6 der DSGVO: Die betroffene Person musste mit einer solchen Nutzung ihrer öffentlichen Daten rechnen können.

Sobald du KI-Tools in die Recherche einbeziehst, gilt ein zusätzlicher Grundsatz: Namen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen von Ansprechpartnern gehören nicht in ein KI-System, dessen Datenverarbeitung du nicht kennst. Trag echte Kontaktdaten erst von Hand ein, nachdem die KI ihre Arbeit gemacht hat.

Der Sponsoringvertrag: Was schriftlich festgehalten werden sollte

Eine mündliche Zusage reicht für den Anfang, aber nicht für die Zusammenarbeit über eine ganze Saison. Halte die Vereinbarung schriftlich fest, sobald ein Unternehmen zugesagt hat.

Ein einfacher Vertrag klärt vier Punkte: die Laufzeit (eine Saison, ein Jahr, unbefristet mit Kündigungsfrist), die genaue Gegenleistung (welches Logo, an welcher Stelle, wie lange sichtbar), die Zahlungsmodalitäten (Betrag, Fälligkeit, Rechnungsstellung) und was passiert, wenn eine Seite die Vereinbarung vorzeitig beenden will.

Wichtig für die Buchhaltung: Stelle für jede Zahlung eine ordentliche Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer, sofern dein Verein umsatzsteuerpflichtig ist oder die Kleinunternehmerregelung greift. Ein Verein, der hier sauber arbeitet, hat es bei der nächsten Prüfung durch das Finanzamt spürbar leichter.

Bewahre eine kurze interne Notiz zu jeder Vereinbarung auf: Wer hat unterschrieben, wann läuft der Vertrag aus, wer im Verein ist Ansprechpartner für dieses Unternehmen. Gerade bei einem Vorstandswechsel geht sonst häufig Wissen verloren, und aus einer bestehenden Partnerschaft wird versehentlich ein abgebrochener Kontakt.

Sponsoringpakete und Preise realistisch einordnen

Kleinere Amateurvereine verlangen für ein Sponsoringpaket pro Saison meist einige Hundert bis einige Tausend Euro, überregional sichtbare Vereine deutlich mehr. Wo dein Verein selbst landet, hängt an vier Stellschrauben: Mitgliederzahl und Altersstruktur, durchschnittliche Zuschauerzahl bei Heimspielen, Reichweite in den sozialen Medien und wie sichtbar die vereinbarte Gegenleistung tatsächlich ist. Eine Bande am Hauptspielfeld ist mehr wert als eine am Nebenplatz.

Frag bei anderen Vereinen aus der Region nach, was dort für vergleichbares Sponsoring gezahlt wird. Das gibt dir einen realistischeren Anhaltspunkt als jede Faustregel und schützt dich davor, dein Sponsoring deutlich unter oder über dem lokalen Marktniveau anzubieten.

Ein zu niedriger Preis schadet mehr, als viele Vereine denken. Er signalisiert dem Unternehmen, dass dein Sponsoring wenig wert ist, und macht spätere Preiserhöhungen schwerer durchsetzbar.

Welche Unternehmen unterstützen Amateurvereine besonders häufig?

Nicht jede Branche ist gleich offen für eine Partnerschaft mit deinem Verein. Handwerksbetriebe, Autohäuser und Bauunternehmen tauchen in Sponsorenlisten von Amateurvereinen besonders häufig auf, ebenso Versicherungsbüros, Steuerkanzleien und der lokale Einzelhandel. Diese Betriebe sind meist inhabergeführt, in der Region verwurzelt und auf lokale Sichtbarkeit angewiesen, ganz anders als eine bundesweite Kette mit zentraler Marketingabteilung.

Handwerk und Bau profitieren dabei doppelt: Sie erreichen über den Verein potenzielle Kunden aus der eigenen Nachbarschaft und zeigen gleichzeitig Verbundenheit mit dem Ort. Fitnessstudios, Physiotherapiepraxen und Ernährungsberater passen inhaltlich besonders gut zu Sportvereinen, weil ihr Angebot direkt zur Zielgruppe passt.

Banken und Sparkassen unterstützen Amateursport traditionell häufig, oft über eigene Förderprogramme neben der klassischen Partnerschaft. Ein Blick auf die Website der örtlichen Filiale oder Genossenschaftsbank lohnt sich fast immer, bevor du dort anfragst.

Größere, überregionale Unternehmen sind für kleinere Vereine dagegen selten die beste erste Adresse. Entscheidungswege sind länger, Budgets oft schon für die kommende Saison verplant, und der Ansprechpartner vor Ort hat meist wenig Spielraum für spontane Zusagen. Wer klein anfängt und mit lokalen, inhabergeführten Betrieben eine verlässliche Zusammenarbeit aufbaut, hat am Ende oft mehr erreicht als mit einer einzigen Anfrage an einen Großkonzern.

Ab wann lohnt sich Sponsoring für einen kleinen Verein?

Ein Verein mit 80 Mitgliedern und drei Mannschaften braucht keinen sechsstelligen Werbeetat, um für ein Unternehmen interessant zu sein. Entscheidend ist nicht die Vereinsgröße allein, sondern wie klar du deine Zielgruppe beschreiben kannst: wie viele Familien, welches Alter, welcher Umkreis, welche Vereinsveranstaltungen im Jahr.

Selbst ein kleiner Verein mit aktiver Jugendarbeit und ein paar hundert Followern auf Instagram bietet einem lokalen Unternehmen etwas, das eine klassische Zeitungsanzeige nicht bietet: echten, wiederkehrenden Kontakt zu einer konkreten Zielgruppe vor Ort. Das macht Sponsoring auch für kleine Vereine planbar, nicht nur für den großen Verein in der Kreisstadt mit eigenem Stadion.

Der richtige Zeitpunkt für die erste Anfrage ist selten der Moment, in dem das Geld schon knapp ist. Besser ist der Blick auf das Geschäftsjahr des Unternehmens: Viele Firmen planen Werbe- und Spendenbudgets im Herbst für das kommende Jahr. Wer im Oktober oder November anfragt, trifft häufiger auf ein offenes Budget als jemand, der im März um kurzfristige Unterstützung bittet.

Digitale Tools und KI im Sponsoring: Was heute schon funktioniert

KI-Werkzeuge wie ChatGPT oder Claude verändern, wie viel Zeit die einzelnen Schritte beim Sponsoring kosten. Recherche, Texterstellung und Organisation gehen heute deutlich schneller als noch vor wenigen Jahren, vorausgesetzt du weißt, wofür du sie einsetzt.

Vereinsvorstand pflegt abends am Laptop eine Übersicht möglicher Sponsoren

KI-Tools sind aktuell bei drei Aufgaben besonders stark: beim Zusammenfassen von Vereinskennzahlen zu Nutzenargumenten für den Sponsor, beim Entwerfen von Textbausteinen für Anschreiben und Sponsoringanfrage, und bei der ersten Recherche zu möglichen Sponsoringpartnern in der Region. Was KI nicht abnimmt: das persönliche Gespräch, die Beziehungspflege und die Entscheidung, welcher Sponsor wirklich zu deinem Verein passt.

Gerade in kleinen Amateurvereinen zählt das doppelt. Hier kennt der mögliche Sponsor oft den Trainer, ein Vorstandsmitglied oder ein Elternteil aus dem Verein persönlich. Diesen Vorteil kann keine KI nachbilden: Sie liefert den Entwurf, das Vertrauen entsteht trotzdem nur im direkten Gespräch.

Eine gewisse digitale Grundordnung bleibt trotzdem wichtig. Wer Sponsoring nur im Kopf oder auf Zetteln verwaltet, verliert schnell den Überblick, wer wann angeschrieben wurde und wann ein Nachfassen fällig ist. Eine einfache, konsequent gepflegte Übersicht, ob als Tabelle oder in einer Vereinssoftware, ersetzt keine Beziehungsarbeit, macht sie aber planbar.

Digitale Werkzeuge bringen beim Sponsoring am meisten, wenn Recherche, Ansprache und Nachfassen als ein zusammenhängender Ablauf laufen. Eine KI-Anfrage hier, eine Tabelle dort, ohne festen Rhythmus dazwischen: Das kostet am Ende mehr Zeit, als es spart.

Erfolg sichtbar machen: Woran ein Unternehmen merkt, dass sich die Unterstützung lohnt

Ein Unternehmen zahlt nicht nur einmal. Es zahlt wieder, wenn es merkt, dass sich die Unterstützung gelohnt hat. Ein kurzer Blick zurück am Saisonende macht dafür schon viel aus.

Ein einfacher Jahresrückblick reicht oft: ein Foto von der Werbefläche, ein paar Zahlen zu Zuschauern oder Reichweite in den sozialen Medien, ein persönliches Dankeschön vom Vorstand. Unternehmen, die so eine Rückmeldung bekommen, verlängern deutlich häufiger als solche, die nach der Zahlung nie wieder etwas vom Verein hören.

Auch kleine Gesten wirken: eine Einladung zum Saisonabschluss, eine Erwähnung im Vereinsnewsletter, ein kurzer Anruf zwischendurch, nicht nur zur Vertragsverlängerung. Diese Aufmerksamkeit kostet wenig Zeit und macht aus einer einmaligen Zahlung eine langfristige Partnerschaft.

Die häufigsten Fehler, die Vereine beim Sponsoring machen

Beim Sponsoring wiederholen sich fünf Fehler in fast jedem Verein.

Fehler eins: Sponsoring und Spende vermischen. Wer ein Unternehmen um „Unterstützung” bittet, statt eine klar definierte Gegenleistung zu nennen, verschenkt Verhandlungsspielraum und riskiert Ärger mit dem Finanzamt.

Fehler zwei: nur einmal fragen. Ein Nein beim ersten Kontakt ist selten endgültig. Viele Sponsoringzusagen entstehen erst beim zweiten oder dritten Anlauf, oft zu einem anderen Zeitpunkt im Geschäftsjahr des Unternehmens.

Fehler drei: nur an große Namen denken. Der Handwerksbetrieb um die Ecke ist beim Sponsoring oft ein verlässlicherer und schnellerer Partner als ein bundesweiter Konzern mit langen Freigabeprozessen.

Fehler vier: die Gegenleistung vergessen, sobald der Vertrag unterschrieben ist. Ein Sponsor, der sein Logo nirgends wiederfindet, verlängert im nächsten Jahr nicht.

Fehler fünf: zu spät anfangen. Wer erst startet, wenn das Budgetloch schon da ist, verhandelt aus einer schwächeren Position als ein Verein, der frühzeitig sucht.

Häufige Fragen zum Sponsoring im Sportverein

Wie finde ich als kleiner Verein überhaupt Sponsoren? Fang bei Menschen an, die deinen Verein schon kennen: Eltern, Mitglieder, ehemalige Spieler und deren Arbeitgeber. Erst wenn dieser Kreis ausgeschöpft ist, lohnt sich die gezielte Suche nach neuen Unternehmen in der Region, zum Beispiel mit einer Recherche über KI-Tools oder einer klassischen Liste lokaler Betriebe.

Was muss in eine Sponsoring Anfrage rein? Der Nutzen für das Unternehmen zuerst, dann Zahlen zu Mitgliedern und Reichweite, und eine klare Beschreibung der Gegenleistung. Persönliche Ansprache schlägt jede Standard-E-Mail.

Was kostet ein Sponsoringpaket für einen Amateurverein? Die Spannbreite ist groß. Kleinere Vereine bewegen sich meist zwischen wenigen Hundert und wenigen Tausend Euro pro Saison, abhängig von Mitgliederzahl, Zuschauerzahl und den vereinbarten Gegenleistungen. Ein Vergleich mit Nachbarvereinen hilft mehr als jede pauschale Zahl.

Ist Sponsoring für Vereine steuerpflichtig? Ja. Anders als eine Spende gilt Sponsoring als wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb, weil der Sponsor eine Gegenleistung erhält. Die Einnahmen sind damit grundsätzlich steuerpflichtig, ein schriftlicher Vertrag schafft hier Klarheit für beide Seiten.

Darf ich Unternehmen einfach anrufen, um nach Sponsoring zu fragen? Ein Anruf ist erlaubt, wenn ein sachlicher Zusammenhang zwischen deinem Anliegen und der Geschäftstätigkeit des Unternehmens besteht, etwa bei einem Autohaus oder einem Sportgeschäft. Bei Unternehmen ohne erkennbaren Bezug zum Verein ist Vorsicht geboten.

Kann KI eine Sponsoring Anfrage komplett automatisch schreiben? KI liefert einen guten ersten Entwurf für Nutzenargumente und Textbausteine. Die persönliche Anpassung an das jeweilige Unternehmen und die Beziehungspflege danach bleiben Aufgabe des Vereins, keine Aufgabe der KI.

Fazit: Sponsoring wird planbar

Sponsoring im Sportverein ist lernbar, auch für einen Vorstand, der das zum ersten Mal angeht. Es braucht eine klar definierte Gegenleistung, die richtigen Unternehmen, eine überzeugende Anfrage und danach eine gepflegte Beziehung.

Digitalisierung nimmt dir die Arbeit dabei nicht ab, aber sie verkürzt einzelne Schritte deutlich: die Recherche geeigneter Unternehmen, die Organisation deiner Kontakte, den ersten Entwurf deiner Sponsoringanfrage.

Bei Vereinsinnovation entsteht gerade ein Online-Kurs, der dir genau diesen Weg zeigt: mit System und KI von der ersten Recherche bis zum ersten unterschriebenen Sponsoringvertrag. Wenn dich das interessiert, trag dich in unseren Newsletter ein, dann verpasst du den Start nicht.

Eine Übersicht anderer digitaler Werkzeuge findest du schon jetzt in unserem Tool-Kompass und wenn es dich interessiert, wie du ein komplettes Fundraising-Konzept aufbaust dann ist das in dem Artikel Fundraising-Konzept im Verein: Wie Sponsoring, Fördermittel und Förderverein zusammenspielen erklärt.

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Andreas von Vereinsinnovation als Comicfigur

Andreas von Vereinsinnovation

Über 30 Jahre Sportverein, davon mehr als zehn Jahre im Vorstand als Spartenleiter, Zweiter Vorsitzender und Schatzmeister. Im Beruf beschäftigt er sich mit Prozessverbesserung.

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