Auf einen Blick
Verlass dich nicht auf eine einzige Geldquelle. Ein tragfähiges Fundraising-Konzept verbindet vier Bausteine: Sponsoring für laufende Einnahmen, Fördermittel für größere Projekte, einen Förderverein und Service Clubs wie Rotary oder Lions. Springt ein Sponsor ab, wackelt dann nicht gleich das ganze Budget.
- Für wen
- Vorstände und Kassenwarte, die die Finanzierung ihres Vereins breiter aufstellen wollen.
Ein Sponsor zahlt seit drei Jahren zuverlässig, ein zweiter kündigt überraschend, weil das Unternehmen selbst sparen muss. Schon wackelt ein Teil des Budgets, und der Vorstand sucht kurzfristig nach Ersatz. Genau das passiert Vereinen, die sich beim Fundraising auf eine einzige Quelle verlassen. In unserem Beitrag “Sponsoring im Sport: Wie Digitalisierung deinem Verein neue Sponsoren bringt” zeigen wir, wie du gezielt Sponsoren findest und ansprichst. Sponsoring ist dabei aber nur ein Baustein von vielen.
Ein tragfähiges Fundraising-Konzept kombiniert mehrere Bausteine: Sponsoring, Fördermittel von EU, Bund, Land, Kommune oder Stiftungen bzw. Soziallotterien sowie einen eigenen Förderverein und Unterstützung durch Service Clubs wie Rotary oder Lions. Dieser Beitrag zeigt dir, wie diese Bausteine zusammenwirken und wie du sie zu einem Konzept zusammenführst, das dein Verein über Jahre trägt.
Fundraising bedeutet dabei mehr als “irgendwie an Geld kommen”. Gemeint ist die aktive, geplante Beschaffung zusätzlicher Mittel, im Unterschied zur zufälligen Einzelspende, die von sich aus hereinkommt. Ein Verein, der Fundraising als Konzept versteht, statt als Notlösung, gewinnt über die Jahre spürbar an finanzieller Stabilität.
Warum ein Fundraising-Konzept mehr bringt als einzelne Aktionen
Viele Vereine betreiben Fundraising nur, wenn gerade Geld fehlt: eine Spendenaktion vor der Vereinsfeier, eine Sponsoringanfrage kurz vor Saisonbeginn. Das funktioniert einmal, hilft aber wenig, wenn im nächsten Jahr ein größeres Projekt ansteht, etwa die Sanierung des Sportplatzes oder die Anschaffung neuer Trainingsgeräte.
Ein Fundraising-Konzept dreht diese Reihenfolge um. Statt zu reagieren, plant der Verein im Voraus: Welche Projekte stehen an? Welche Bausteine passen zu welchem Projekt? Wer im Verein ist wofür zuständig? Diese Planung macht aus zufälligen Einnahmen ein System, das sich Jahr für Jahr wiederholen lässt.
Der zweite Vorteil liegt in der Risikostreuung. Fällt ein Sponsor weg oder wird ein Förderantrag abgelehnt, bricht bei einem breit aufgestellten Fundraising-Konzept nicht gleich das ganze Budget weg. Ein Verein, der nur von Mitgliedsbeiträgen und einem einzigen Sponsor lebt, spürt so einen Ausfall dagegen sofort.
Das gilt nicht nur für Sportvereine. Musikvereine, Feuerwehrvereine, Elternvereine an Schulen und soziale Träger stehen vor derselben Aufgabe: mehrere geplante Einnahmequellen sind stabiler als eine einzelne, große Abhängigkeit.
Ein Beispiel macht den Unterschied deutlich. Ein Fußballverein, der die Sanierung seines Sportplatzes ausschließlich über Sponsoring finanzieren will, braucht dafür unrealistisch viele neue Partner in kurzer Zeit. Derselbe Verein kommt mit einem Fundraising-Konzept deutlich weiter: ein Teil über Fördermittel der Kommune, ein Teil über den Förderverein, der gezielt für das Bauprojekt sammelt, und ein kleinerer Teil über Sponsoring und einen lokalen Service Club. Jeder Baustein trägt einen Teil der Summe, statt dass ein einzelner Baustein das ganze Projekt tragen muss.
Die vier Bausteine eines Fundraising-Konzepts im Überblick
Ein praxistaugliches Fundraising-Konzept für Vereine stützt sich meist auf vier Bausteine, die sich ergänzen, statt sich zu ersetzen.
Sponsoring bringt Geld von Unternehmen im Austausch für z.B. Sichtbarkeit wie Logos auf Trikots oder Bandenwerbung. Es eignet sich gut für laufende Kosten und regelmäßige Partnerschaften.
Fördermittel und Zuschüsse kommen von Kommunen, Ländern, dem Bund, der EU oder Stiftungen und sind meist an ein konkretes Projekt gebunden, etwa eine Sanierung oder eine Veranstaltung.
Ein Förderverein bündelt Spenden und größere Zuwendungen in einer eigenen Struktur, oft für ein bestimmtes Ziel wie den Bau eines Vereinsheims oder die Förderung der Jugendarbeit.
Service Clubs wie Rotary oder Lions unterstützen lokal begrenzte, klar umrissene Projekte, häufig mit überschaubaren, aber wirkungsvollen Summen und wertvollen Kontakten.
Wie du diese vier Bausteine zu einem Konzept zusammenführst, zeigen die folgenden Abschnitte im Detail. Sponsoring behandeln wir hier bewusst nur kurz, ausführlich findest du dieses Thema in unserem verlinkten Sponsoring-Beitrag.
Kein Baustein ersetzt die anderen vollständig. Ein Verein, der sein Fundraising ausschließlich auf Fördermittel stützt, hängt stark von Antragsfristen und politischen Entscheidungen ab. Ein Verein, der nur auf Sponsoring setzt, ist von der wirtschaftlichen Lage einzelner Unternehmen abhängig. Erst die Kombination macht ein Fundraising-Konzept wirklich robust, weil jeder Baustein anders auf Veränderungen reagiert als die übrigen drei.
Sponsoring als Baustein: kurzer Überblick
Sponsoring ist der Baustein, den die meisten Vereine zuerst angehen, weil er am direktesten mit dem Vereinsleben verknüpft ist: Trikot, Bande, Website. Ein Unternehmen zahlt Geld oder stellt Sachmittel bereit und bekommt im Gegenzug Werbung. Diese Gegenleistung macht Sponsoring steuerlich zu einem eigenen Fall: Die Einnahmen fließen in der Regel in den steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb des Vereins, anders als eine reine Spende.
Für dein Fundraising-Konzept bedeutet das: Sponsoring eignet sich gut für wiederkehrende, planbare Einnahmen, etwa für Ausrüstung, Trainerkosten oder die laufende Vereinsarbeit. Für größere Investitionsprojekte wie eine Sportplatzsanierung reicht Sponsoring allein selten aus, dafür kommen die folgenden drei Bausteine ins Spiel. Wie du systematisch Sponsoren findest, eine überzeugende Sponsoringanfrage schreibst und dauerhafte Partnerschaften aufbaust, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag “Sponsoring im Sport: Wie Digitalisierung deinem Verein neue Sponsoren bringt”.
Wichtig für dein Fundraising-Konzept: Verwechsle Sponsoring nicht mit den drei folgenden Bausteinen, auch steuerlich nicht. Während Sponsoring eine Gegenleistung voraussetzt, funktionieren Fördermittel, Förderverein und Service Clubs überwiegend ohne direkte Gegenleistung des Vereins. Diese Unterscheidung solltest du auch bei der internen Buchhaltung sauber abbilden, damit am Jahresende jede Einnahme dem richtigen Bereich zugeordnet ist.
Fördermittel und Förderungen für Vereine: Wo es Geld vom Staat und von Verbänden gibt
Fördermittel unterscheiden sich von Sponsoring und Spenden dadurch, dass ein Antrag nötig ist und die Mittel meist zweckgebunden sind. Dafür bewegen sich die Summen oft in einer anderen Größenordnung als bei einer einzelnen Spende oder einem Sponsoringvertrag.
Landes- und kommunale Sportförderung
Jedes Bundesland fördert Sportvereine über seinen Landessportbund, meist mit eigenen Programmen und Fristen. Der Landessportbund Sachsen etwa vergibt eine Förderung für Übungsleiter und Vereinsmanager, für die Anträge jährlich zwischen dem 1. April und dem 31. Mai einzureichen sind. Niedersachsen fördert Sportvereine, Sportbünde und Landesfachverbände auf Grundlage des Niedersächsischen Sportfördergesetzes. Auch Kommunen vergeben häufig eigene Zuschüsse für Vereinsarbeit oder Investitionen, oft über das Sportamt oder die Stadtkämmerei.
Bundesprogramme und Stiftungen
Auf Bundesebene ist die investive Sportstättenförderung im Wandel: Der Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten lief von 2020 bis 2022 und wird noch bis 2026 ausfinanziert. Als Nachfolgeprogramm stellt der Bund mit dem Programm “Sanierung kommunaler Sportstätten” ein Gesamtvolumen von 333 Millionen Euro bereit, über das Kommunen wiederum Anträge für ihre Sportstätten stellen können. Für inklusive Projekte lohnt sich ein Blick auf die Förderprogramme der Aktion Mensch. Ergänzend listet die bundesweite Förderdatenbank zahlreiche weitere Förderungen für Vereine nach Bundesland und Themenschwerpunkt.
So gelingt die Fördermittelakquise Schritt für Schritt
Fördermittelakquise braucht etwas mehr Vorlauf als eine Sponsoringanfrage, dafür ist sie gut planbar. Definiere zuerst dein Projekt möglichst konkret: Was genau soll gebaut, saniert oder angeschafft werden, und was kostet es? Anschließend recherchierst du passende Programme, zum Beispiel über deinen Landessportbund, die Förderdatenbank oder direkt bei Stiftungen mit thematischem Bezug.
Prüfe bei jedem Programm die Fristen genau: Viele Fördermittel müssen vor Projektstart beantragt werden, nicht danach. Rechne zusätzlich mit einem Eigenanteil, den viele Programme voraussetzen, oft zwischen 10 und 50 Prozent der Projektsumme. Ein sauberer, realistischer Kosten- und Zeitplan erhöht die Erfolgschancen deines Antrags deutlich, ebenso wie ein kurzer Anruf bei der Förderstelle vor der Antragstellung, um offene Fragen zu klären.
Für die Recherche selbst lohnt sich die Förderdatenbank des Bundes, betrieben vom zuständigen Wirtschaftsministerium. Dort lassen sich mehr als 1.000 Förderprogramme von Bund, Ländern und EU nach Fördergebiet, Förderbereich und Antragsberechtigten filtern, auch speziell für Vereine. Wer die Fördermittelakquise als festen Teil seines Fundraising-Konzepts einplant, statt sie einmalig für ein einzelnes Projekt zu betreiben, baut sich mit der Zeit einen guten Überblick auf, welche Programme regelmäßig zum eigenen Verein passen.
Wann sich der Aufwand für einen Förderantrag lohnt
Ein Förderantrag kostet Zeit: Unterlagen zusammenstellen, Kostenvoranschläge einholen, Formulare ausfüllen. Bei kleinen Anschaffungen im dreistelligen Bereich steht dieser Aufwand oft in keinem guten Verhältnis zum Ergebnis. Bei größeren Projekten ab einigen Tausend Euro, etwa einer Sportplatzsanierung oder einer neuen Beleuchtungsanlage, lohnt sich der Aufwand fast immer, weil die Fördersumme den Eigenanteil des Vereins deutlich übersteigt. Als Faustregel gilt: Je größer und langfristiger das Projekt, desto eher gehört ein Förderantrag ins Fundraising-Konzept.
Der Förderverein: Eigene Struktur für gezieltes Fundraising
Was ein Förderverein ist und wie er sich vom Hauptverein unterscheidet
Ein Förderverein ist ein eigenständiger, eingetragener Verein, der eine andere Organisation finanziell und ideell unterstützt, ohne selbst die geförderte Tätigkeit auszuüben. Bei Sportvereinen ist das häufig ein “Verein zur Förderung des Sports beim TSV Musterstadt e.V.”, der zum Beispiel gezielt für den Bau eines Vereinsheims oder die Nachwuchsförderung sammelt.
Rechtlich sind Förderverein und Hauptverein zwei getrennte Organisationen mit eigener Satzung, eigenem Vorstand und getrennten Finanzen. Für die Gründung braucht es mindestens sieben volljährige Mitglieder und eine Satzung, die den Förderzweck klar benennt. Diese Trennung hat einen praktischen Nebeneffekt: Beide Vereine können die steuerlichen Freibeträge, etwa für den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb, jeweils eigenständig nutzen.
Wann sich ein eigener Förderverein lohnt
Ein Förderverein lohnt sich vor allem dann, wenn ein Verein regelmäßig größere Bauprojekte stemmt, eine klar abgrenzbare Zielgruppe wie die Jugendabteilung gezielt unterstützen will, oder wenn Spenderinnen und Spender lieber gezielt in ein konkretes Vorhaben investieren als in den allgemeinen Vereinshaushalt. Viele Menschen spenden lieber für “neue Trainingsgeräte für die Jugend” als für “den Verein allgemein”. Ein Förderverein mit klarem Zweck macht dieses gezielte Geben leichter und schafft gleichzeitig eine Struktur, die unabhängig vom Tagesgeschäft des Hauptvereins arbeitet.
Für dein Fundraising-Konzept ist der Förderverein besonders als Baustein für Spenden und größere Einzelzuwendungen interessant, während laufende Kosten eher über Mitgliedsbeiträge und Sponsoring gedeckt werden. Wichtig für die Praxis: Auch ein Förderverein braucht eine eigene Anerkennung der Gemeinnützigkeit beim zuständigen Finanzamt, damit er Spendenbescheinigungen ausstellen kann. Diese Anerkennung ist unabhängig davon, ob der Hauptverein bereits als gemeinnützig anerkannt ist.
Service Clubs als Fundraising-Partner: Rotary, Lions & Co.
Was Service Clubs auszeichnet
Ein Service Club ist ein Zusammenschluss von beruflich und gesellschaftlich engagierten Menschen, die sich neben dem eigenen Netzwerk auch gemeinnützig engagieren wollen. Die bekanntesten Service Clubs in Deutschland sind Rotary Club und Lions Club, daneben gibt es unter anderem Kiwanis und Round Table. Diese Clubs sind meist lokal organisiert und unterstützen bevorzugt Projekte in ihrer eigenen Region.
Die Unterstützung reicht von kleineren Spenden bis zu mehrjährigen Partnerschaften. Ein Rotary Club in Celle etwa sammelte gemeinsam mit dem örtlichen Lions Club rund 44.000 Euro für lokale Vereine und Projekte. Gefördert wurden in der Vergangenheit unter anderem Fahrrad-Übungsplätze, Jugendaustauschprogramme und soziale Projekte vor Ort. Auf überregionaler Ebene fördert die Stiftung der Rotarier zusätzlich einzelne Projekte deutscher und österreichischer Rotary Clubs mit bis zu 5.000 Euro, unbürokratisch und ergänzend zur Unterstützung des jeweiligen Clubs vor Ort.
Der Lions Club ist mit rund 1.500 Clubs und etwa 50.000 Mitgliedern in Deutschland ähnlich breit aufgestellt wie Rotary. Über das Hilfswerk der Deutschen Lions bündeln die Clubs einen Teil ihrer Fördertätigkeit, die Organisation trägt das DZI-Spendensiegel für einen nachweislich sparsamen und satzungsgemäßen Umgang mit Spendengeldern. Für dein Fundraising-Konzept sind Service Clubs vor allem dann ein passender Baustein, wenn du ein einzelnes, gut greifbares Projekt vorstellen kannst, etwa neue Sportgeräte für eine Inklusionsgruppe oder die Ausstattung einer Jugendmannschaft.

So sprichst du Rotary Club, Lions Club & Co. richtig an
Service Clubs wollen sich meist lokal engagieren, deshalb lohnt sich zuerst die Suche nach Clubs in deiner Region über die jeweiligen Dachverbände. Recherchiere, welche Themen ein Club bisher unterstützt hat, auch wenn dein Projekt nicht exakt in dieses Schema passt: Ein überzeugendes Projekt hat trotzdem gute Chancen.
Eine persönliche Ansprache wirkt bei Service Clubs deutlich besser als ein anonymes Anschreiben. Gibt es bereits eine persönliche Verbindung zu einem Clubmitglied, ist das der beste erste Kontakt. Ohne bestehenden Kontakt wendest du dich am besten direkt an die Präsidentin oder den Präsidenten des Clubs. Stelle dein Projekt konkret und mit sichtbarer lokaler Wirkung vor, nicht als abstrakten Jahresbericht. Nach einer Spende gehört ein ehrlicher Dank mit Einblick in den Projektfortschritt dazu, das erhöht die Chance auf eine langfristige Partnerschaft mit dem Club spürbar.
So baust du dein eigenes Fundraising-Konzept auf
Ein Fundraising-Konzept muss nicht kompliziert sein. Fünf Schritte reichen für den Einstieg.
Schritt 1: Bestandsaufnahme. Liste auf, woher dein Verein heute Geld bekommt: Beiträge, laufendes Sponsoring, gelegentliche Spenden, vielleicht schon Fördermittel. So siehst du auf einen Blick, wo eine einzelne Quelle zu dominant ist und welche der vier Bausteine in deinem Verein bisher noch gar nicht genutzt werden.
Schritt 2: Projekte und Ziele festlegen. Was steht in den nächsten ein bis drei Jahren an? Eine Sanierung passt eher zu Fördermitteln, laufende Kosten eher zu Sponsoring, ein einmaliges Vorhaben eventuell zu einem Service Club. Häufig läuft es aber auch auf eine Kombination hinaus.
Schritt 3: Bausteine den Zielen zuordnen. Nicht jeder Baustein passt zu jedem Vorhaben. Ordne jedem Projekt die passende Finanzierungsquelle oder Kombination aus mehreren Quellen zu.
Schritt 4: Verantwortung klar verteilen. Fundraising bleibt liegen, wenn niemand konkret zuständig ist. Ein fester Ansprechpartner für Sponsoring, einer für Fördermittel und einer für den Kontakt zu Förderverein oder Service Clubs verhindert, dass alles am Vorstand allein hängt. Auch kleine Vereine können diese Rollen auf zwei, drei engagierte Mitglieder verteilen, statt eine hauptamtliche Stelle einzurichten.
Schritt 5: Digital dokumentieren und wiederholen. Halte Fristen, Kontakte und Zusagen zentral und digital fest, statt sie auf Zettel und in E-Mail-Postfächern zu verteilen. So lässt sich das Konzept jedes Jahr mit wenig Aufwand fortschreiben, auch nach einem Wechsel im Vorstand. Ein einfaches gemeinsames Dokument oder eine Vereinssoftware mit Aufgaben- und Terminverwaltung reicht für den Anfang meist schon aus.
Häufige Fragen zum Fundraising-Konzept im Verein
Was ist der Unterschied zwischen einem Förderverein und Sponsoring?
Sponsoring ist ein Geschäft auf Gegenseitigkeit zwischen Verein und Unternehmen: Geld gegen Werbung. Ein Förderverein ist dagegen eine eigenständige Organisation, die Spenden und Zuwendungen für einen bestimmten Zweck bündelt, meist ohne Gegenleistung für die Geber. Beide Bausteine lassen sich gut kombinieren.
Wo finde ich passende Fördermittel und Förderungen für meinen Verein?
Der erste Ansprechpartner ist meist dein Landessportbund, der eigene Förderprogramme und oft auch eine erste Beratung anbietet. Ergänzend lohnt sich ein Blick in die bundesweite Förderdatenbank sowie, je nach Projekt, bei thematisch passenden Stiftungen wie der Aktion Mensch.
Wie kontaktiere ich einen Rotary Club oder Lions Club für mein Vereinsprojekt?
Am besten über eine persönliche Verbindung zu einem Mitglied, sonst direkt über die Präsidentin oder den Präsidenten des lokalen Clubs. Bereite ein konkretes, überzeugendes Projekt mit sichtbarer lokaler Wirkung vor und sei offen für ein erstes persönliches Gespräch, bevor eine Spendensumme im Raum steht.
Kann ein Verein Sponsoring, Fördermittel und einen Förderverein gleichzeitig nutzen?
Ja, das ist sogar der Normalfall bei einem durchdachten Fundraising-Konzept. Die vier Bausteine decken unterschiedliche Bedarfe ab: Sponsoring die laufenden Kosten, Fördermittel größere Investitionsprojekte, der Förderverein gezielte Spenden und Service Clubs einzelne, klar abgegrenzte Vorhaben. Wichtig ist nur, die Einnahmen und Zwecke sauber auseinanderzuhalten, insbesondere steuerlich.
Wie viel Zeit kostet der Aufbau eines Fundraising-Konzepts?
Die Bestandsaufnahme und ein erster Grobplan lassen sich an ein bis zwei Nachmittagen im Vorstand erarbeiten. Der eigentliche Aufwand entsteht danach laufend, bei der Pflege von Kontakten, dem Nachfassen von Anfragen und der Antragstellung für Fördermittel. Wer diese Aufgaben von Anfang an auf mehrere Schultern verteilt, hält den Aufwand pro Person überschaubar und macht das Fundraising-Konzept unabhängig von einer einzelnen Person im Vorstand.
Fazit: Ein Konzept statt vieler Einzelaktionen
Fundraising funktioniert im Verein am besten als Konzept, nicht als Einzelaktion. Sponsoring liefert planbare, laufende Einnahmen, Fördermittel tragen größere Projekte, ein Förderverein bündelt gezielte Unterstützung, und Service Clubs wie Rotary oder Lions bringen zusätzliches Geld und wertvolle Kontakte für einzelne Vorhaben. Zusammen ergeben diese vier Bausteine ein finanzielles Fundament, das nicht an einer einzigen Quelle hängt.
Mitgliedsbeiträge und öffentliche Zuschüsse allein tragen die steigenden Kosten der meisten Vereine schon heute nur noch bedingt, das zeigen auch die Sportentwicklungsberichte des DOSB. Ein Fundraising-Konzept mit mehreren Bausteinen ist für viele Vereine mittlerweile ein realistischer Weg, finanziell planbar zu bleiben.
Fang am besten mit der Bestandsaufnahme an: Trage zusammen, was dein Verein heute schon einnimmt, und überlege, welcher Baustein für dein nächstes Projekt noch fehlt. Wie du speziell den Baustein Sponsoring aufbaust, findest du Schritt für Schritt in unserem Beitrag “Sponsoring im Sport: Wie Digitalisierung deinem Verein neue Sponsoren bringt”.
Wenn du auf der Suche nach passenden Tools für deinen Verein bist, wirf einen Blick in unseren Tool-Kompass. Für den Start in die Digitalisierung hilft dir unser Leitfaden Schritt für Schritt weiter. Und falls du beim Thema Fundraising und Digitalisierung im Verein einfach auf dem Laufenden bleiben willst: Trag dich gerne in unseren Newsletter ein.

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Andreas von Vereinsinnovation
Über 30 Jahre Sportverein, davon mehr als zehn Jahre im Vorstand als Spartenleiter, Zweiter Vorsitzender und Schatzmeister. Im Beruf beschäftigt er sich mit Prozessverbesserung.
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